Hüttentour Schweiz 2011

Dieses Jahr war ich das erste Mal in den Alpen auf einer mehrtägigen Wandertour unterwegs. Wir entschieden uns für eine Tour im Tessin, weil zum einen meine Freundin dort schon mehrfach gewandert war und zum Anderen dort das Wetter in der Schweiz am besten sein sollte. Am Ende wurde eine Rundtour daraus, die in Airolo startete und über die

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Capanna Cadagno und Capanna Cadlimo wieder zurück nach Airolo ging.

 

Anreise

Wir reisten am Mittwochabend in Airolo an und übernachteten dort in einem Bed and Breakfast Namens Alloggio Girasole, in dem man zu einem recht günstigen Preis von 95 CHF ein Doppelzimmer mieten konnte. Das Badezimmer musste man sich jedoch mit einem anderen Doppelzimmer teilen. Ein Schlafplatz in einem Zehn-Bett-Zimmer war nur unwesentlich günstiger.

Das Bett war bequem und das Frühstück reichlich mit Müsli, Joghurt, Brot Käse und Marmelade, Kaffee, Tee und Milch.

Tag 1: Aufstieg von Airolo zur Capanna Cadagno

Nachdem wir uns beim Wirt erkundigt hatten, wo man das Auto einige Tage stehen lassen konnte (Koordinaten: 46.529122,8.61401), ging es mit der Wanderung um ca. 9:30 los. Das erste Etappenziel sollte der Lago Ritóm sein, von dem man gut weiter zur Hütte wandern konnte.

Der Weg führte zunächst aus Airolo über die Strada Alta nach Madrano. Von dort ging der für unsere Verhältnisse recht steile Anstieg nach Buco di Ce los. Hier ging es in relativ kurzer Zeit durch den Wald von 1150 auf 1720 Höhenmeter hoch. Um den Lago Ritóm zu erreichen war dann nochmal eine kleine Kuppe mit ca. 1900m zu überqueren und wieder 100m nach unten zu steigen, bevor man den See auf 1850m erreichte. Von dort aus gingen dann zwei Wege zur Cadagno Hütte, einer auf dem gemütlichen Spazierweg nördlich am See entlang und eine etwas anspruchsvollerer Wanderweg südlich des Sees entlang. Wir entschieden uns hier aufgrund der Kräfte für den Spazierweg und erreichten ca. um 17 Uhr zusammen mit den Kühen des benachbarten Bauernhofes die Hütte auf 1987m.

Auf der Hütte waren an diesem Abend 23 Gäste und auch ein paar der Bewohner des umliegenden Dorfes zu Gast. Das Essen wurde einzeln an den Platz serviert und die Hüttenwirte waren sehr aufmerksam. Es gab einen sehr leckeren gemischten Salat mit Kürbiskernen als Vorspeise und ein Risotto mit einer Tessiner Wurstspezialität. Beides schmeckte ganz hervorragend. Der Nachtisch war nicht in der von uns gebuchten Halbpension enthalten. Hier gab es eine große Auswahl, über Kuchen, zu selbstgemachten Eis bis hin zu Pannacotta. Aufgrund des reichlichen Hauptgangs und der knappen Reisekasse verzichteten wir allerdings darauf. Sehr angenehm war es, dass die Rechnung erst kurz vor dem zu Bett gehen bezahlt wurde. Die verbrauchten zusätzlichen Getränke oder Nachspeisen wurden vom Hüttenwirt notiert und dann zum Schluss abgerechnet. Wir schliefen in einem 36 Betten Zimmer, das allerdings nur mit 12 Leuten belegt war. Neben diesem standen noch ein 17 und eine 4 Bett Raum zur Verfügung. Eine Übernachtung in der Cadagno-Hütte kostete mit der Halbpension 55 CHF pro Person.

Wetter: Das Wetter war morgens sonnig. Zum Mittag hin begann es sich zuzuziehen und es gab ca. um 14 bis 14:30 einen länger andauernden Schauer, der uns veranlasste die Regenhose auszupacken. Danach zeigte sich wieder die Sonne,  bevor es ca. um 17 Uhr einen weiteren ordentlichen Schauer gab.

Tag 2: Von Hütte zu Hütte (Cadagno zu Cadlimo)

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit unter anderem einer selbstgemachten Aprikosenmarmelade ging es um 9:00 los in Richtung Cadlimo-Hütte.

Zunächst ging es ein kleines Stück den Weg vom Vortag zurück, bevor man nach rechts abbiegen und direkt über den ordentlich mit Kuhfladen gesprenkelten Hof des Bauern musste. Dahinter lag direkt der Lago Cadagno, den man nördlich direkt am Berg umrundete. Hier gab es sehr schöne Bäche, die den Hang herabflossen, außerdem Murmeltiere und einige sehr alte Hütten zu sehen. Kurz hinter dem See begann dann der Aufstieg Richtung Lago bzw. Alpe di Tom. Zu dieser ging es erst mal noch recht angenehme 200m hoch und 100m wieder herunter. Danach folgte der eigentliche Anstieg.

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Wir standen vor einer Wand, die mir als Anfänger zunächst unüberwindbar schien. Hier waren nun 400 Höhenmeter zu erklimmen, die teilweise recht steil nach oben gingen. Der Weg war anstrengend, allerdings recht schön, da er teilweise direkt neben oder in einem Flüsschen entlang führte und man auf dem Weg nach oben noch an drei kleineren Seen vorbei kam. Als der Anstieg geschafft war, belohnten wir uns mit einer Pause am Lago Scuro. An diesem hatten wir das Glück erstmals Steinböcke zu sehen. Zur Hütte waren es dann von hier aus nur noch 100 Höhenmeter, die man über recht viele Steine nach oben kraxeln musste. Die Hütte erreichten wir gegen 16:00 Uhr.

Die Cadlimo-Hütte machte einen recht modernen Eindruck. Innen war alles in hellem Holz gehalten und es gab Platz für 64 Menschen, die jeweils in 8 Bett Zimmern untergebracht werden. An diesem Abend waren wie auf der Cadagno-Hütte 23 Personen zu Gast, wobei wir allerdings kein bekanntes Gesicht aus der Cadagno-Hütte trafen. Das

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Essen fiel mit 4 Gängen auch hier reichlich aus, da man sich auch solange man wollte nachnehmen konnte. Als Vorspeise gab es zunächst eine Suppe mit Möhren und Kartoffeln, dann einen Eisbergsalat mit Balsamico Dressing und Kürbiskernen. Der Hauptgang bestand aus Spaghetti, wahlweise mit einer Hackfleisch- oder einer vegetarischen Tomatensoße. Zum Nachtisch gab es ein Schälchen Joghurt mit Apfelmus gemischt und einer Prise Zimt. In der Cadlimohütte ist weitestgehend Selbstbedienung angesagt. Man bezahlt jedes Getränk einzeln bei der Bestellung am Tresen. Auch die Übernachtung wurde hier direkt bei der Ankunft beglichen. Der Preis hier betrug 65 CHF pro Person, wobei hier schon 12 CHF Rabatt für Mitglieder des DAV enthalten sind. Eine reguläre Übernachtung kostet somit 77 CHF pro Person. Die Halbpension ist hierin enthalten.

Wetter: Das Wetter war am Morgen sonnig und recht warm, so dass man direkt mit kurzer Hose starten konnte. Regen fiel den ganzen Tag keiner, es bewölkte sich jedoch zum späten Nachmittag hin. Abends konnte man die Wolken über die Berge von Norden nach Süden kommen sehen und es war mit 0,5 Grad ziemlich kalt.

Tag 3: Abstieg von der Capanna Cadlimo nach Airolo

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Nach dem Frühstück (gibt es von 7 bis 8 Uhr) waren wir uns nicht ganz sicher, wie es wieder zurück nach Airolo gehen sollte. Nach einigem hin und her und einem Gespräch mit dem Hüttenwirt entschieden wir uns dann für den Sentiero Panoramico, der zunächst als Höhenweg über dem Val Canaria verläuft. Im Nachhinein die absolut richtige Entscheidung, da der Ausblick hier wirklich herrlich war. Man konnte die ganze Zeit in das Tal blicken und auch die umliegenden Gipfel in der Ferne beobachten. Durch den leichten Nieselregen am Morgen liefen wir einem Großteil der Zeit einem Regenbogen hinterher. Ein weiteres Highlight war auf diesem Weg der Steinbock, den wir nur 30 Meter von uns entfernt entdeckten.

Von der Cadlimo aus ging es zunächst wieder über Stock und Stein in Richtung Passo Bornengo, über den es auf die nördliche Seite der Alpen geht. Diese Überquerung ließen wir jedoch rechts liegen und hielten uns Links in Richtung Airolo in das Val Canario. Hier liefen wir eine recht lange Zeit auf einer Höhe von 2200m am Hang entlang. Die Strecke war gut zu gehen, der Weg führte jedoch oft sehr nah am steilen Abhang entlang und ging durch ein recht großes Geröllfeld. Man sollte also schon einigermaßen gut zu Fuß sein, um diesen Abschnitt zu bewältigen. Nachdem man die erste Steinlandschaft überwunden hatte ging es ein wenig nach unten und man erreichte wieder Alpenwiesen, durch die es weiter am Hang entlang ging. Ein wenig schwierig wurde es an der Alpe di Lago, da hier der Weg nicht eindeutig ausgezeichnet war, oder wir das Wanderzeichen übersehen hatten. Jedenfalls gingen wir hier erst mal ein bisschen in die falsche Richtung, was uns aber nicht weiter aufhielt und nach einem kurzen Rückmarsch dann auch kein Problem war. Am Ende des Abschnittes erreichten wird dann wieder Pian Töi und wanderten von dort aus weiter zur Funicolare Rtóm. Wir hatten uns entschlossen einen kleinen Teil des Abstiegs mit der Ritóm Bahn bis Altanca zu absolvieren, weil diese sehr interessant sein soll und wir unsere Oberschenkel schonen wollten. Von Altanca ging es dann über die Strada Alta zurück nach Airolo. Im Ganzen sind wir an diesem Tag ca. 1100 Höhenmeter

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selbst abgestiegen und haben uns 400 Höhenmeter von der Bahn nach unten fahren lassen.

Wetter: Es war morgens bewölkt und kalt, und es nieselte bzw. schneite teilweise ganz leicht. Außerdem hingen die Wolken so tief, dass die Regenjacke und die lange Hose angesagt waren. Zum Mittag hin und im Tal wurde es langsam wärmer und sonniger. Nachmittags war dann wieder T-Shirt und hochgekrempelte Hose angesagt.

Fazit

Es handelte sich um meine erste mehrtägige Wandertour in den Alpen und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. An der Tour würde ich einzig und alleine den doch recht knackigen Anfang ändern, zum Reinkommen in das Wandern sollte man wohl ein bisschen ruhiger anfangen. Hier könnte man vielleicht mit der Ritóm-Bahn nach Altanca oder gleich bis zum Ritóm See hochfahren und von dort aus starten.

Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir die angegebenen Zeiten auf den Wegweisern so gut wie nie eingehalten haben. Wir waren eher gemütliche Wanderer, mit viele Pausen und Zeit für einige Fotos.

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